Wir verwenden Cookies für Reichweiten- und Conversion-Analyse sowie Werbung. Mehr erfahren

    Geopolitik

    Die Hormus-Maut: Warum der Iran den Konflikt neu entfacht — und der Ölpreis trotzdem ruhig bleibt

    Sehr geehrter Leser, Mitte Juli 2026 ist der Konflikt am Golf mit neuer Qualität eskaliert: Aus der Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, ist der Versuch geworden, sie zu besitzen — der Iran beschießt Schiffe auf der omanischen Seite und verlangt eine Maut für eine eigene Fahrrinne. Die USA antworten mit Gegenschlägen, der Iran mit Raketen auf US-Basen in Bahrain, den VAE und Kuwait. Und doch bleibt der Ölpreis erstaunlich gelassen. Wir verdichten vier Analysen — Stefano Ritondale (Militärlage), Jeffrey Snider (Nachfrage), Eric Nuttall (physischer Markt) und Josh Young (Struktur) — zu einem Gesamtbild dieses Widerspruchs.

    Anfang Juli sah es kurz nach Entspannung aus: Die Tanker flohen aus dem Persischen Golf, das Öl floss wieder, der Preis rutschte in den hohen 60-Dollar-Bereich (WTI). Doch die Ruhe hielt nicht. Mitte Juli 2026 ist der Konflikt am Golf erneut eskaliert — und diesmal mit einer neuen Qualität. Der Iran beschießt Handelsschiffe, die auf der omanischen Seite der Straße von Hormus passieren wollen, und will den gesamten Verkehr in eine von ihm kontrollierte Fahrrinne zwingen — gegen Gebühr. Aus der Drohung, die Meerenge zu schließen, ist der Versuch geworden, sie zu besitzen.

    Die USA antworteten mit Gegenschlägen auf iranisches Territorium, der Iran wiederum mit einer Raketen- und Drohnenwelle auf US-Stützpunkte in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Und trotzdem: Der Ölpreis reagiert erstaunlich gelassen. Genau dieser Widerspruch — höchste geopolitische Eskalation bei bemerkenswert ruhigem Markt — ist das Thema dieses Beitrags.

    Wir verdichten dafür vier aktuelle Analysen: einen Livestream von Mario Nawfal mit dem ehemaligen Geheimdienstexperten Stefano Ritondale zur militärischen Lage, ein Gespräch bei Nawfal mit dem Geld- und Währungsexperten Jeffrey Snider zur Nachfrageseite, das Wochen-Update von Eric Nuttall (Ninepoint Partners) zum physischen Markt sowie ein Interview mit Josh Young (Bison Interests) zum strukturellen Unterbau. Ziel ist nicht, Ihnen einen Experten zum Glauben vorzusetzen, sondern die widerstreitenden Kräfte so zu erklären, dass Sie das Kräftemessen selbst beurteilen können.

    Was passiert ist: von der Drohung zur Maut

    Um die neue Eskalationsstufe zu verstehen, hilft ein Blick auf die Geografie. Die Straße von Hormus ist an ihrer engsten Stelle nur rund 33 Kilometer breit. Die schiffbare Tiefwasser-Fahrrinne — das offizielle Verkehrstrennungsgebiet für ein- und auslaufende Tanker — verläuft dabei größtenteils durch omanische Hoheitsgewässer rund um die Halbinsel Musandam. Genau dort, auf der sicheren omanischen Seite, hat der Iran laut dem Nawfal-Ritondale-Stream ein ziviles Schiff mit einer Rakete beschossen und schwer beschädigt; die Besatzung konnte gerettet werden.

    Der Angriff ist mehr als eine weitere Provokation. Er ist die Durchsetzung einer Forderung: Der Iran erklärte den bisherigen Seeweg für gesperrt und verlangt, dass Schiffe künftig eine von ihm kontrollierte Route durch iranische Gewässer nehmen — und dafür eine Gebühr entrichten. Wer die etablierte Rinne auf omanischer Seite nutzt, wird zum Ziel. Aus der militärischen Drohung wird damit ein wirtschaftliches Kontrollinstrument: eine Mautstation an der wichtigsten Öl-Engstelle der Welt, durch die rund ein Fünftel des global gehandelten Öls fließt.

    Warum das für Teheran attraktiv ist, bringt Eric Nuttall auf den Punkt: Unter den geopolitischen Beobachtern setze sich die Einschätzung durch, dass der Iran erkannt habe — die Kontrolle über die Straße von Hormus verschafft ihm mehr Verhandlungsmacht als der Besitz einer Atombombe. Eine Bombe kann man nicht einsetzen, ohne sich selbst zu vernichten. Eine Maut auf den Welthandel dagegen erzeugt täglich Druck, ohne eine einzige Grenze zu überschreiten. Das erklärt, warum diese Eskalation gefährlicher ist als frühere Säbelrasseleien: Sie zielt nicht auf einen kurzen Schock, sondern auf eine dauerhafte Verschiebung der Machtverhältnisse.

    Der Vergeltungsschlag: Irans Botschaft an die Golfstaaten

    Die USA reagierten laut Ritondale ungewöhnlich schnell: Innerhalb von Minuten autorisierte das US-Zentralkommando (CENTCOM) Gegenschläge auf Stellungen im Süden Irans. Bemerkenswert ist, womit: Neben Luftschlägen kamen offenbar auch landgestützte Raketensysteme (HIMARS/ATACMS) aus Kuwait und Bahrain zum Einsatz. Das ist ein politisches Signal für sich — es zeigt, dass die Golfstaaten trotz aller diplomatischen Vermittlungsgespräche die US-Operationen von ihrem Boden aus autorisiert haben.

    Der Iran beantwortete die Bombardierung mit einer großflächigen Raketen- und Drohnenwelle aus dem Westen des Landes — gerichtet gegen US-Basen in der gesamten Region: das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in Bahrain, die Al-Dhafra-Basis in den VAE, Stützpunkte in Kuwait und Katar. Die emiratische Luftverteidigung fing Bedrohungen nach eigenen Angaben noch außerhalb des eigenen Luftraums ab.

    Ritondales entscheidende Deutung: Indem der Iran gezielt auch Katar (den wichtigsten Vermittler) und die VAE (die ihre Wirtschaftsbeziehungen zu Teheran zuletzt verbessern wollten) angreift, sendet das Regime eine unmissverständliche Botschaft an Washington und die Region — diplomatische Annäherung schützt niemanden, solange die USA iranisches Territorium bombardieren. Es ist eine Drohung nach innen wie nach außen.

    Einordnung — hier ist Vorsicht geboten: Ritondale betont selbst, dass der Iran nach dem Tod des obersten Führers innenpolitisch tief gespalten ist. Während die politische Führung eine diplomatische Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) anstrebt, um einen wirtschaftlichen Kollaps abzuwenden, agieren Hardliner innerhalb der Revolutionsgarden (IRGC) offenbar eigenmächtig — teils gerade um Verhandlungen zu torpedieren und die eigene Macht zu sichern. Ein Teil der Eskalation ist also möglicherweise gar keine abgestimmte Staatsstrategie, sondern das Ergebnis eines internen Machtkampfs. Für den Ölmarkt macht das die Lage nicht berechenbarer, sondern unberechenbarer: Ein zerstrittenes Regime lässt sich schlechter an den Verhandlungstisch zwingen als ein geschlossenes. Der bestehende Waffenstillstand, so das Fazit der Runde, existiert praktisch nur noch auf dem Papier.

    Und doch bleibt der Ölpreis ruhig — die Nachfrageseite nach Snider

    Man könnte erwarten, dass Raketen auf US-Basen und eine Maut auf die wichtigste Öl-Meerenge den Preis explodieren lassen. Das Gegenteil ist der Fall: Kurzzeitige Sprünge nach jedem Raketenaustausch flachen extrem schnell wieder ab, der Preis pendelt sich rasch wieder ein. Für den Geldmarkt-Experten Jeffrey Snider ist das kein Rätsel, sondern die logische Folge eines übersehenen Gegengewichts — der Nachfrageseite.

    Sniders Kernargument: Der Markt sieht die Angebotsrisiken im Nahen Osten sehr wohl. Er preist sie nur vollständig gegen massive Sorgen um die globale Nachfrage auf. Ein Energieschock hat historisch zwei Seiten — er verteuert nicht nur das Öl, er würgt auch die Weltwirtschaft ab. Und genau diese zweite Seite, die drohende Deflations- und Rezessionswelle, hält der Markt derzeit für das größere Risiko. Ablesbar ist das an der Terminkurve: Die Futures für WTI und Brent bewegen sich wieder Richtung Contango (spätere Lieferungen teurer als die sofortige) oder verlaufen über die gesamte Laufzeit extrem flach. Übersetzt heißt das: Der Terminmarkt preist keinen akuten physischen Mangel ein — es gibt sogar Anreize, Öl eher einzulagern als sofort zu kaufen.

    Den Haupttreiber dieser Nachfrageschwäche verortet Snider in China. Die dortige Wirtschaft schwächelt massiv — sichtbar unter anderem am drastischen Einbruch der Automobilverkäufe. Die Hoffnung vieler Produzenten, China werde nach dem ersten Schock als großer Käufer zurückkehren, hat sich bislang nicht erfüllt. Snider widerspricht zugleich der populären These vom inflationären Gelddrucken: Das globale Finanzsystem (das „Eurodollar-System") leide nicht unter Geldschwemme, sondern chronisch unter einer Dollar-Knappheit. Deshalb zeigten die Märkte weltweit — auch in Europa und China — kaum Inflations-, sondern deflationäre Tendenzen.

    Besonders drastisch fällt sein Urteil über Deutschland aus. Die deutsche Industrieproduktion nennt Snider die „saddest statistic of the world": 2018 auf dem Höhepunkt, liegt sie 2026 inflationsbereinigt wieder auf dem Niveau von 2010 — dem Tiefpunkt nach der Finanzkrise. Teurer Strom infolge der Kernkraft-Abschaltung, hohe Arbeitskosten und schwache Nachfrage belasten den Standort massiv. Russland wiederum bleibe strukturell ein „Rohstoff-Sektor mit Atomwaffen", dessen aktuelle Stabilität vor allem durch die Kriegs- und Rüstungswirtschaft maskiert werde. Sniders Gesamtbild ist damit das nüchterne Gegenprogramm zur Kriegspanik: Nicht das knappe Angebot, sondern die schrumpfende Nachfrage gibt derzeit den Takt vor.

    Warum die Ruhe trügt: der physische Druck baut sich auf

    Gegen diese beruhigende Nachfrage-Lesart setzt Eric Nuttall die harten physischen Zahlen — und die sind alarmierend. Der Verkehr durch Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen. Jeffrey Snider selbst nennt den Rückgang von über 100 Schiffen vor dem Konflikt auf nur noch 20 bis 30 Schiffe mit eingeschaltetem Transponder. Nuttall geht weiter ins Detail: Noch vor Kurzem warteten laut Bloomberg-Daten 109 nicht-iranische Schiffe in der Meerenge — inzwischen ist diese Zahl auf ein einziges Schiff geschrumpft. Die Tanker sind fluchtartig in sichere Häfen abgelaufen (vieles davon, vermutet Nuttall, landet in China). Das war der letzte, temporäre Versorgungsschub.

    Das eigentliche Problem sind die einlaufenden Schiffe. Um die im Nahen Osten gedrosselte Förderung — Nuttall beziffert den Ausfall auf rund 8,6 Mio. Barrel pro Tag — wieder hochzufahren, müssten neue Tanker in die Region einfahren, um die vollen Landlager zu leeren. Doch kaum jemand fährt hinein: In der Nacht seines Berichts war es ein einziges Schiff. Genau hier schlägt die neue Maut-Strategie durch — welcher Reeder schickt sein Schiff freiwillig in eine Zone, in der es beschossen oder zur Kasse gebeten wird? Die Blockade wirkt in beide Richtungen, und die Rückkehr des Angebots verzögert sich dadurch weiter.

    Gleichzeitig schmelzen die Sicherheitspuffer. Die US-Strategische Reserve (SPR) ist auf 319 Millionen Barrel gefallen. Nach Nuttalls Gespräch mit dem früheren Energieberater Amos Hochstein gilt im Weißen Haus eine Untergrenze von 300 Millionen Barrel als absolutes operatives Minimum. Es bleiben also nur noch rund 19 Millionen Barrel echter Spielraum — bei einem Weltverbrauch von über 100 Millionen Barrel täglich. Auch die weltweiten kommerziellen Lagerbestände an Land liegen auf historischen Tiefständen. Der Puffer, der die letzten Monate abgefedert hat, ist fast aufgebraucht.

    Bleibt die Frage, warum der Preis dann nicht längst explodiert ist. Nuttalls Antwort deckt sich teils mit Snider — mit einer entscheidenden Wendung. China hat zwischen April und Juni seine Ölimporte massiv gedrosselt (im Juni allein um rund 4,9 Mio. Barrel pro Tag gegenüber dem Vorjahr) und den heimischen Bedarf aus „unsichtbaren" Lagern und raffinierten Produkten gedeckt. Dass dieser Puffer sich leert, zeigt eine Kennzahl: Die Raffineriemargen (Crack Spreads) stehen auf Allzeithoch — ein deutliches Zeichen, dass fertige Produkte wie Benzin und Diesel knapp werden, nicht dass niemand sie kauft.

    Und hier sieht Nuttall den Wendepunkt: China hat begonnen, die Import- und Exportbeschränkungen für seine unabhängigen Raffinerien (die „Teapots") wieder zu lockern. Das Land erwacht aus dem Winterschlaf, die Importe dürften anziehen. Trifft diese zurückkehrende Nachfrage auf einen Markt mit fast leeren strategischen Reserven, historisch niedrigen Lagern und einer durch die Maut blockierten Angebotsrückkehr, dann ist genau das die Konstellation, aus der ein Preissprung entsteht. Die aktuelle Ruhe wäre dann nicht das Ende der Krise, sondern die Stille vor der eigentlichen Verknappung.

    Der strukturelle Unterbau: Josh Youngs mehrjährige These

    Während Nuttall den akuten Engpass beschreibt, ordnet Josh Young von Bison Interests das Ganze in einen längeren Bogen ein. Seine These: Der jüngste Preissprung auf über 107 Dollar (WTI) und der anschließende Rückfall auf rund 67 Dollar seien kurzfristiges „Rauschen". Die eigentliche Geschichte spiele sich in den Fundamentaldaten ab — und die deuteten auf die Früh- bis Mittelphase eines mehrjährigen Öl-Bullenmarktes.

    Youngs Kern liegt auf der Angebotsseite: Seit dem Einbruch der Bohraktivität während der Corona-Zeit sinkt die Produktivität neuer US-Schieferölquellen kontinuierlich. Um die Förderung überhaupt flach zu halten, müssen Unternehmen immer längere Horizontalbohrungen niederbringen und mehr Frack-Stufen einsetzen — die Kosten steigen, während neue Entdeckungen Jahr für Jahr enttäuschen. Er beziffert die Grenzkosten für neues Angebot auf mindestens 70 Dollar pro Barrel, während der Aktienmarkt derzeit nur rund 60 Dollar einpreise — eine Lücke, in der er das Aufwärtspotenzial verortet.

    Scharf kritisiert Young das Narrativ einer bevorstehenden „Super-Glut" (Ölschwemme), wie es die Internationale Energieagentur (IEA) und diverse Investmentbanken zeichnen. Diese Prognosen seien seit 2023 Jahr für Jahr falsch gewesen. Selbst in den saisonal schwachen Monaten Januar und Februar habe es keine Lageraufbauten gegeben, sondern globale Netto-Lagerabbrüche. Für ihn ist die Glut-These eher politische Wunschvorstellung als datengestützte Analyse.

    Ein Detail, das viele übersehen: Die massiven Freigaben aus der US-Reserve waren strukturell keine Verkäufe, sondern Öl-Leihen. Die Käufer sind vertraglich verpflichtet, dem Staat ab dem dritten Quartal 2027 spürbar mehr Öl zurückzugeben (rund +20 %), als sie entnommen haben. Ab 2027 dürfte das zu erheblichen kommerziellen Käufen führen — ein mittelfristig bullischer Faktor, der in den heutigen Preisen kaum steckt. Youngs Investmentfokus liegt entsprechend nicht auf teuren Pipelines oder Raffinerien, sondern auf kleinen, unbeliebten Onshore-Produzenten und Öldienstleistern, die vom Markt zu billig bewertet werden. Wichtig: Young betont selbst, dass es sich um seine persönliche Marktmeinung handelt, nicht um eine Anlageberatung.

    Das Gesamtbild: ein Tauziehen zwischen Geopolitik und Nachfrage

    Fügt man die vier Perspektiven zusammen, löst sich der scheinbare Widerspruch auf. Der Ölpreis steht heute im Zentrum eines Tauziehens zwischen zwei enormen, gegensätzlich wirkenden Kräften:

    • Nach oben zieht die Physik: Hormus praktisch dicht (ein Schiff statt über 100), rund 8,6 Mio. Barrel/Tag gedrosselte Förderung, die durch die Maut nur schleppend zurückkehrt, fast leere strategische Reserven (19 Mio. Barrel Puffer), Rekord-Raffineriemargen und ein wiedererwachender China-Importbedarf.
    • Nach unten zieht die Nachfrage: globale Rezessions- und Deflationsangst, chronische Dollar-Knappheit, eine schwächelnde chinesische und europäische Wirtschaft — mit Deutschland als Sorgenkind — und ein Terminmarkt, der über Contango signalisiert, dass er keinen akuten Mangel einpreist.

    Beide Beobachtungen sind richtig — sie beschreiben nur unterschiedliche Zeithorizonte. Snider hat recht mit der Diagnose der aktuellen Nachfrageschwäche; sie erklärt, warum der Preis heute nicht davonläuft. Nuttall und Young haben recht mit der Diagnose der ausgezehrten Puffer; sie erklären, warum der Markt zerbrechlich geworden ist. Der entscheidende Unterschied zu früheren Eskalationen: Diesmal gibt es kaum noch Reserven, die einen echten Angebotsausfall abfedern könnten. Solange die Nachfrage schwach bleibt, hält das Gleichgewicht. Zieht China wie von Nuttall beschrieben wieder an — oder verschärft der Iran die Maut weiter — kippt es schnell.

    Und die Gegenseite verdient Fairness: Sollte Snider mit der Rezession recht behalten, kann die Nachfrage schneller einbrechen, als China seine Importe hochfährt — dann bleibt der Preis niedrig oder fällt weiter, ganz gleich, wie leer die Lager sind. Ein Angebotsschock trifft in diesem Szenario auf eine ohnehin schrumpfende Nachfrage und verpufft. Wer heute auf steigende Preise setzt, wettet also darauf, dass die geopolitische Verknappung greift, bevor die konjunkturelle Schwäche die Nachfrage zerstört. Das ist keine Gewissheit, sondern eine Frage des Timings.

    Für Sie als an den Fundamentaldaten orientierten Anleger ist die praktische Konsequenz nicht, den nächsten Preissprung zu erraten. Sie liegt in der Robustheit der Auswahl: Produzenten mit niedrigem Breakeven, wenig Schulden und starkem Cashflow überstehen ein 60-Dollar-Umfeld — und profitieren überproportional, wenn die dünnen Puffer des Marktes tatsächlich reißen. Das Aufwärtspotenzial kommt dann als Bonus, nicht als Voraussetzung. In einem Markt, der zwischen Kriegspanik und Rezessionsangst hin- und hergerissen wird, ist diese Bodenständigkeit womöglich der einzige verlässliche Kompass. 🛢️

    Quellen

    • Mario Nawfal / Stefano Ritondale — „BREAKING: MASSIVE IRANIAN ATTACK AFTER U.S BOMBING w/ Fmr. Intel Stefano Ritondale" (Juli 2026): YouTube ansehen
    • Mario Nawfal / Jeffrey Snider — „HORMUZ TRAFFIC CRASHES TO 22 SHIPS FROM 100+ PRE-WAR - w/ Global Monetary Expert Jeff Snider" (Juli 2026): YouTube ansehen
    • Ninepoint Partners / Eric Nuttall — „Why Oil Still Hasn't Exploded... But Could Soon" (10. Juli 2026): YouTube ansehen
    • VRIC Media / Josh Young (Bison Interests) — Interview zum Öl- und Gasmarkt (7. Juli 2026): YouTube ansehen

    Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar, sondern dient ausschließlich der Information und Meinungsbildung. Bitte konsultieren Sie vor einer Anlageentscheidung Ihren persönlichen Finanzberater. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen spiegeln die Meinungen der zitierten Experten wider und nicht die Auffassung von öl-aktien-kaufen.de. Die Schilderung der militärischen Ereignisse beruht auf den genannten Livestreams und Analysen und kann sich in einer schnelllebigen Lage kurzfristig ändern; überprüfen Sie zeitkritische Angaben anhand offizieller Quellen. Die kursiv gesetzten Zitate sind sinngemäße, aus den Video-Diskussionen verdichtete Zusammenfassungen, keine wortwörtlichen Transkripte.

    Dieser Artikel basiert auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellt keine Anlageberatung dar.

    Diskussion

    Kein Login nötig. Ein KI-Moderator ordnet Beiträge ein und entfernt Werbung.

    Noch keine Beiträge. Sei der Erste.

    0/2000

    Weitere Analysen aus dieser Kategorie