Anfang Juli 2026 handelt Rohöl im hohen 60-Dollar-Bereich (WTI) — für viele Beobachter das Signal, dass die Nahost-Krise vorbei und der Markt wieder gut versorgt ist. Doch mehrere unabhängige Experten zeichnen ein völlig anderes Bild. Ihre gemeinsame These: Der aktuelle Preis ist von den physischen Fundamentaldaten abgekoppelt. Während die Terminbörse ein Überangebot einpreist, sind die realen Öllager so leer wie selten zuvor.
Wir haben vier aktuelle Analysen ausgewertet und zu einem Gesamtbild verdichtet: zwei Auftritte von Eric Nuttall (Ninepoint Partners), ein Livestream des Ökonomen Philip Pilkington bei Mario Nawfal sowie ein Gespräch bei Mario Nawfal mit Rohstoff-Veteran Jeffrey Currie (Carlyle Group). Ziel dieses Beitrags ist nicht, Ihnen einen Experten zum Glauben vorzusetzen, sondern den Mechanismus zu erklären, der hinter dem „Disconnect" steckt — damit Sie selbst beurteilen können, wie belastbar er ist.
Ein Wort zur Einordnung vorweg: Eric Nuttall ist ausgesprochener Öl-Bulle — sein Fonds ist praktisch vollständig auf Öl positioniert, und seine Anfang Mai geäußerte Prognose, Öl müsse „in den kommenden Wochen" auf 150 Dollar steigen, traf nicht ein (WTI steht rund zwei Monate später bei etwa 68 Dollar). Das entwertet seine überprüfbaren Lagerdaten nicht, aber seine Dringlichkeitsrhetorik sollten Sie entsprechend diskontieren.
Der Ausgangspunkt: ein Preis, der nicht zu den Lagern passt
Eric Nuttall bringt den Widerspruch auf den Punkt: Der Ölpreis liegt im hohen 60-Dollar-Bereich, obwohl sich die globalen Lagerbestände laut seinen Daten auf dem niedrigsten Stand der aufgezeichneten Geschichte für diese Jahreszeit befinden. In seinem Bloomberg-Update legt er drastische Zahlen vor:
- ▸Die globalen Lagerbestände sind von einem Überschuss von 177 Millionen Barrel (gegenüber dem 5-Jahres-Schnitt) auf ein Defizit von 141 Millionen Barrel gekippt.
- ▸Die kommerziellen US-Rohöllager stehen auf dem tiefsten Stand seit 2016.
- ▸Die strategische Reserve der USA (SPR) kratzt weiter am Tiefststand seit 1983.
Wenn die physischen Fässer so knapp sind — warum fällt dann der Preis? Die Antwort liegt in einem temporären Timing-Phänomen, das den Markt kurzfristig überschwemmt, und in einem Terminmarkt, der genau das für die neue Dauer-Normalität hält.
1. Die temporäre Angebotsschwemme aus der Straße von Hormus
Nach Wochen der Blockaden und Bedrohungen setzt derzeit eine regelrechte Fluchtbewegung von Tankern aus dem Persischen Golf ein. Nuttall berichtet von durchschnittlich rund zehn Schiffen pro Tag, die die Meerenge in den letzten Tagen verlassen haben. Für den Markt sieht das nach viel neuem Angebot aus — doch der Schein trügt.
Nuttall zitiert dazu den Analysten Rory Johnston. Dessen Kennzahl entlarvt die Verzerrung: Das Verhältnis zwischen Tankern, die tatsächlich neu mit Öl beladen werden (Loadings), und Schiffen, die Hormus in Richtung Weltmarkt verlassen, liegt aktuell bei nur 50 Prozent. Im Klartext: Es verlässt derzeit doppelt so viel Öl die Region, wie nachhaltig gefördert und nachgeladen wird.
Der Grund ist einfach: Ein großer Teil dieses Öls saß zuvor wochenlang als schwimmendes Lager (Floating Storage) auf blockierten Schiffen fest. Was jetzt auf den Weltmarkt strömt, ist also überwiegend altes Öl, das abgearbeitet wird — keine frische, nachhaltige Förderung.
Verstärkt wird die Welle durch einen zweiten Faktor: die teilweise Entsanktionierung iranischen Öls. Im Zuge einer diplomatischen Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) wurden schlagartig rund 140 Millionen Barrel freigesetzt. Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um neu gefördertes Öl, sondern um gigantische Mengen, die zuvor wegen der Sanktionen in Speichern und auf Schiffen vor China und Indien lagen. Das zeitliche Zusammentreffen aus flüchtenden Tankern und legalisiertem Iran-Öl drückt den physischen Markt kurzfristig — nach Nuttalls Schätzung braucht der Markt etwa ein bis zwei Monate, um diese Welle „alter" Fässer zu verdauen.
2. Die „Öffnung" ist keine echte Öffnung: 9,4 Mio. Barrel fehlen weiter
Das mediale Narrativ lautet: Hormus ist wieder auf, alles läuft normal. Die Echtzeitdaten — unter anderem vom Analysehaus OilX — zeigen laut Nuttall etwas anderes. Weil die Lager an Land während der Blockade komplett vollliefen, mussten die Produzenten ihre Förderung massiv drosseln (in der Spitze bis zu 15 Mio. Barrel pro Tag).
Aktuell sind in den Golfstaaten — Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, VAE und Katar — noch immer rund 8,6 Millionen Barrel pro Tag an Förderkapazität gedrosselt. Rechnet man den Iran hinzu, kommen 9,4 Millionen Barrel pro Tag zusammen, die der Markt theoretisch liefern könnte, aktuell aber schlicht nicht fördert.
Und das Hochfahren geht nicht per Knopfdruck. Nuttall unterscheidet zwischen den „Haves" und den „Have-Nots": Länder wie Saudi-Arabien oder die VAE können ihre Produktion relativ zügig wieder hochfahren. Im Irak dagegen, wo derzeit rund 2,5 Mio. Barrel pro Tag fehlen, dürfte es wegen Bürokratie und geologischer Hürden sehr lange dauern. Sein Bild dafür: Ölfelder sind keine Fabriken. Ein längerer Stillstand erfordert komplexes Druckmanagement, Pipeline-Reparaturen und Logistik — und kann die Lagerstätten dauerhaft beschädigen. Genau darauf zielt sein Warnruf im Bloomberg-Interview: „We're hurdling towards the wall unless things radically improve soon." Das Angebot kehrt viel langsamer zurück, als die Algorithmen an der Börse einpreisen.
3. Das China-Rätsel: überwiegend Lagerabbau, nicht Nachfragekollaps
Der stärkste Bären-Grund am Markt lautet: Chinas Rohöl-Importe sind im Juni um gewaltige 4,9 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen (rund 150 Mio. Barrel für den Monat Juni; seit Februar summiert sich der Importausfall auf etwa 320 Mio. Barrel) — also müsse die Nachfrage zusammenbrechen. Nuttall widerspricht dieser Logik entschieden und nennt es „das große Rätsel". Er führt zwei konkrete Gegenbeweise an.
Erstens die Mobilitätsdaten. Der chinesische Flugverkehr zeigt sehr starke Aktivität, und Navigationsdienste wie TomTom weisen weiterhin ein hohes Verkehrsaufkommen auf Chinas Straßen aus. Die Menschen fahren und fliegen also — von Nachfragezerstörung keine Spur.
Zweitens die Raffineriemargen (Crack Spreads). Das ist die Gewinnspanne, die eine Raffinerie erzielt, wenn sie Rohöl in Benzin, Diesel und Kerosin verwandelt. Diese Margen liegen laut Nuttall bei fast 57 US-Dollar pro Barrel — nur knapp unter dem Allzeithoch von 59 Dollar aus dem März und rund 182 % über dem Jahresanfang. Seine Schlussfolgerung ist bestechend einfach: „You cannot have weak product demand and simultaneously sit with crack spreads at historic record highs." Würde niemand Sprit und Diesel kaufen, brächen die Raffineriemargen ein. Das Gegenteil ist der Fall.
Bleibt nur eine mathematische Erklärung: China verbraucht unverändert viel, importiert aber deutlich weniger — also zapft das Land seine eigenen, teils „unsichtbaren" Inlandslager an Rohöl und fertigen Produkten an. Ein Teil davon ist per Satellit sichtbar, ein großer Teil liegt in Speichern, die der Weltmarkt nicht einsehen kann. Nuttall hält das für nicht nachhaltig (unsustainable): „We have never in history consumed as much oil as we do today." Sind Chinas Lager leergefegt, muss das Land mit Wucht an den Weltmarkt zurückkehren — und dann werde die Knappheit für jeden sichtbar.
Einordnung — hier lohnt Ehrlichkeit: Ganz so schwarz-weiß ist das Bild nicht. Ein Teil der chinesischen Schwäche ist real und strukturell. Die Verdrängung durch Elektrofahrzeuge hat sich 2026 beschleunigt: Der Anteil neuer Energiefahrzeuge an den Pkw-Neuzulassungen überschritt im Frühjahr erstmals 60 Prozent, während die Verkäufe reiner Benziner im Mai um rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr einbrachen — auch getrieben durch die hohen Spritpreise.
Doch die Flottenmathematik begrenzt den Kurzfristeffekt. Chinas Fahrzeugbestand liegt bei rund 366 Millionen Einheiten; ein halbes Jahr Neuzulassungen sind nur etwa zwei Prozent davon. Inkrementell verdrängt das schätzungsweise 0,2 bis 0,35 Millionen Barrel pro Tag — gegen einen Importrückgang von 4 bis 5 Millionen Barrel pro Tag ist das ein Rundungsfehler. Der Löwenanteil des Juni-Einbruchs ist also Krisenmanagement: gedrosselte Raffinerieläufe, reduzierte Produktexporte und Lagerabbau — preis- und logistikgetrieben, nicht strukturell. Und genau dieser Teil kehrt beim Wiederauffüllen der Lager (Restocking) zurück. Kurz: Ein kleiner, wachsender Teil der Schwäche ist dauerhaft (EV), der weit überwiegende Teil des Importausfalls ist temporäres Krisenmanagement.
4. Warum der Papierpreis trotzdem fällt: der Kollaps der Spekulanten
Wenn die physischen Fässer knapp sind, muss der Preisdruck von woanders kommen — vom Finanzmarkt. Nuttall macht das reine Markt-Sentiment verantwortlich: Aus Angst vor einer Rezession haben Spekulanten massiv auf ein Überangebot gewettet und ihre Long-Positionen liquidiert. Die spekulativen Netto-Long-Positionen der Hedgefonds sind von 511 Millionen Barrel auf 162 Millionen Barrel eingebrochen.
Hinzu kommt ein Faktor, der über die reine Rezessionsangst hinausgeht: die extreme Volatilität der vergangenen Monate. Der Ölpreis wurde immer wieder von gezielt gesetzten Schlagzeilen — mal Eskalation, mal Entspannung an der Straße von Hormus — in beide Richtungen durchgeschüttelt. Wer in einem solchen Umfeld auf steigende Kurse setzt, riskiert, schon beim nächsten „Friedens-Tweet" von einem heftigen Kursrutsch und Margin Calls erwischt zu werden. Die Folge ist eine breite Zurückhaltung der Marktteilnehmer: Viele bleiben lieber an der Seitenlinie, statt sich in einem nachrichtengetriebenen Markt zu positionieren. Genau das verstärkt die Unterinvestition zusätzlich — nicht weil die Fundamentaldaten schwach wären, sondern weil das Risiko plötzlicher, politisch gesteuerter Ausschläge die Anleger lähmt.
Der Markt ist damit extrem „unterinvestiert". Genau das erzeugt die Divergenz: Am Terminmarkt wird ein Überschuss gehandelt, im physischen Markt herrscht Mangel. Für Nuttall ist der aktuelle Ausverkauf bei Öl-Aktien deshalb eine der besten Kaufgelegenheiten überhaupt — die Fundamentaldaten müssten den Preis bald einholen.
5. Die zugespitzte These: Philip Pilkington und die „Narrative Control"
Deutlich pointierter argumentiert der Ökonom Philip Pilkington im Livestream bei Mario Nawfal. Für ihn ist die Entspannung am Ölmarkt eine künstlich erzeugte Illusion. Seine Kernpunkte:
- ▸Algorithmische Manipulation: Die US-Regierung flute die Medien mit optimistischen Schlagzeilen zur Hormus-Öffnung. Da moderne Hedgefonds über KI-gestützte Algorithmen handeln, die auf Textsignale reagieren, lösten diese Nachrichten sich selbst verstärkende Leerverkäufe aus. Er nennt das eine „sowjetische Planwirtschaft durch die Hintertür".
- ▸Crack Spreads als Beweis: Während der Papierpreis für Rohöl sinke, blieben die Raffineriemargen und die realen Tankstellenpreise hoch. Als frei zugängliche Datenquelle für die aktuellen Crack Spreads nennt Pilkington auf Nachfrage von Nawfal den X-Account @ekwufinance.
- ▸Physisches Defizit: „Öl kann man nicht drucken" — die monatelange Blockade habe dem Markt tausende Tankerladungen entzogen, die sich nicht in Tagen ausgleichen ließen.
- ▸Politisches Motiv: Um die Preise vor den US-Midterm-Wahlen im November optisch niedrig zu halten, werde die SPR rücksichtslos geleert; China zapfe temporär (rund 60 Tage) eigene Reserven an — gegen geopolitische Zugeständnisse.
Einordnung: Pilkington stützt Nuttalls fundamentale Prämisse — das physische Defizit und die riskante Leerung der strategischen Reserven. Bei einem Punkt sollten Sie aber skeptisch bleiben: Seine These, dass selbst der physische Spot-Markt ein reiner „Papiermarkt" sei und Raffinerien hinter verschlossenen Türen über 100 Dollar zahlten, geht deutlich weiter als die datenbasierten Analysen von Nuttall. Nawfal selbst wandte ein, dass ein solcher Preisunterschied eine gigantische Arbitrage eröffnen würde, die große Händler sofort ausnutzen müssten. Das Argument ist eine interessante Marktpsychologie-Perspektive — kein hartes Fundamentaldatum.
6. Jeffrey Currie: „There is no glut"
Rohstoff-Veteran Jeffrey Currie (Carlyle Group, ehemals Goldman Sachs) liefert im Gespräch bei Mario Nawfal den makroökonomischen Unterbau — und deckt sich dabei auffällig mit Nuttalls physischen Beobachtungen. Sein Kernsatz gegen das Überangebots-Narrativ ist unmissverständlich: „If you have to scratch and claw through the data to find evidence of a glut, then there simply isn't one."
Currie erinnert an eine oft vergessene Eigenschaft von Rohöl: Es ist ein Spot-Instrument, kein Finanztitel. Aktien oder Krypto preisen Erwartungen für das nächste Jahr ein — physisches Öl dagegen muss heute Angebot und Nachfrage ausgleichen, denn man kann es nicht virtuell halten. Deshalb reagiere der physische Markt zunächst träge auf Nachrichten und schlage dann bei echten Engpässen „wie ein Vorschlaghammer" ein.
Das Angebot leide unter jahrelanger, chronischer Unterinvestition — Currie nennt es die „Revenge of the Old Economy". Die Nachfrage wiederum sei extrem widerstandsfähig: Der Markt fixiere sich auf die scheinbare Schwäche der „New Economy" (Tech) und übersehe den realen Ressourcenhunger der Industrie.
Sein Bild für den weiteren Verlauf ist die „Luftblase" in der Lieferkette: Physische Engpässe wandern durch die globalen Ströme. Regionen in Asien (etwa Neuseeland, Australien, die Philippinen) spürten bereits deutliche Aufschläge, während die USA als schieferöl-versorgter Binnenmarkt zuletzt getroffen würden. Sobald die Verknappung Europa und schließlich die USA erreiche, werde sich der Preis sprunghaft nach oben anpassen — Currie sieht „substantial upside".
Das Gesamtbild: ein Timing-Problem, kein Trendbruch
Fügt man die vier Perspektiven zusammen, ergibt sich ein erstaunlich konsistentes Bild. Der niedrige Preis ruht auf drei temporären Säulen:
- ▸Die Abarbeitung alter Lagerbestände — die Tanker-Fluchtwelle aus Hormus plus 140 Mio. Barrel legalisiertes Iran-Öl (1–2 Monate).
- ▸Chinas Rückzug aus dem Importmarkt zugunsten unsichtbarer Inlandslager (nicht nachhaltig).
- ▸Der Kollaps der Finanzwetten — Spekulanten, die aus Rezessionsangst auf Überangebot setzen, verstärkt durch die Zurückhaltung vieler Marktteilnehmer, die sich in einem von gesteuerten Nachrichten hochvolatilen Markt lieber nicht positionieren.
Dem gegenüber stehen dauerhafte, physische Fakten: Rekordtiefe Lagerbestände, 9,4 Mio. Barrel pro Tag gedrosselte Förderung, die nur schleppend zurückkehrt, und Raffineriemargen auf Rekordniveau, die zumindest eine widerstandsfähige Produktnachfrage bei gleichzeitig knappem Produktangebot zeigen. Sobald die temporären Effekte auslaufen — die alte Öl-Welle verdaut, Chinas Lager leer — trifft eine widerstandsfähige Nachfrage auf ein träges Angebot.
Was, wenn der Markt recht hat?
Ehrlicherweise gehört die Gegenseite genannt — denn der Terminmarkt preist nicht nur Panik, sondern eine kohärente These für 2027. Die IEA erwartet, dass das globale Angebot im kommenden Jahr um rund 8 Mio. Barrel pro Tag auf etwa 110,3 Mio. b/d springt, bei einer Nachfrage von nur ~105,3 Mio. b/d — ein erheblicher Überhang. IEA wie Goldman Sachs rechnen deshalb mit deutlichen Überschüssen 2027, gestützt auf die Hormus-Öffnung sowie steigende Exporte aus Iran und Russland.
Und die Angebotsrückkehr läuft schneller, als das „Have-Nots"-Argument nahelegt: OPEC+ dürfte für August die nächste Quotenerhöhung beschließen, Saudi-Arabiens Exporte sind bereits auf rund 90 % des Vorkriegsniveaus, die VAE haben vollständig wiederhergestellt (für den Irak mag die langsame Rückkehr gültig bleiben). Wer heute auf steigende Preise setzt, wettet also bewusst darauf, dass das knappe physische Fenster zuschlägt, bevor dieser prognostizierte Überschuss greift.
Für Sie als fundamental orientierten Investor ist die entscheidende Unterscheidung diese: Ein Preis, der auf Timing beruht, ist etwas anderes als ein Preis, der auf einem strukturellen Überangebot beruht. Ersterer normalisiert sich, sobald das Zeitfenster schließt. Genau in dieser Lücke zwischen Wahrnehmung und Physik sehen sowohl Nuttall als auch Currie die Chance — mit einer wichtigen Einschränkung: Diese Chance hat ein Verfallsdatum. Das Aufwärtsfenster (Restocking, Wiederauffüllung der US-Reserve, Rückkehr Chinas) liegt in der zweiten Jahreshälfte 2026 — das Überschuss-Szenario 2027 direkt dahinter. Es ist damit primär ein Timing-Trade: „Risiko begrenzt, Chance überproportional" gilt vor allem für Produzenten mit niedrigem Breakeven und starkem Cashflow, die auch bei 60 Dollar überleben — nicht zwangsläufig für ein ungesichertes Direktinvestment in den Ölpreis. 🛢️
Quellen
- ▸Ninepoint Partners / Eric Nuttall — „Why Oil Prices Are Diverging from Fundamentals" (Juli 2026): YouTube ansehen
- ▸BNN Bloomberg / Eric Nuttall — „‚We're hurdling towards the wall unless things radically improve soon': Nuttall on oil" (3. Juli 2026): YouTube ansehen
- ▸Mario Nawfal / Philip Pilkington — „Trump Paused War to Manipulate Oil Prices" (Juli 2026): YouTube ansehen
- ▸Mario Nawfal / Jeffrey Currie (Carlyle Group) — „Carlyle's Currie Says There Is No Oil Supply Glut" (Juli 2026): YouTube ansehen
- ▸Weitere im Beitrag genannte Datenquellen: Rory Johnston (Loadings-zu-Abfahrten-Verhältnis), OilX (Echtzeit-Förderdaten), @ekwufinance auf X (Crack-Spread-Daten), TomTom (Mobilitätsdaten).
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